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RVM auf dem Weg in die digitale Welt

André Pieperjohanns und Landrat Dr. Kai Zwicker präsentieren die Echtzeitauskunft

Kreis Borken. Der Weg in die digitale Welt ist mehr denn je eine zentrale Herausforderung für die RVM. Die Kunden erwarten heute, dass sie Informationen online finden, egal ob auf dem PC, Smartphone oder Tablet. Und immer größer wird auch der Wunsch, Bus- und Bahn-Tickets über das Internet zu beziehen.
Dieser Herausforderung stellt sich die RVM Regionalverkehr Münsterland GmbH, betonen Aufsichtsratsvorsitzender Joachim L. Gilbeau und Geschäftsführer André Pieperjohanns im gemeinsamen Vorwort des Geschäftsberichtes für das Jahr 2016.

Digitale Angebote als Mehrwert für den Fahrgast

Dabei wägt die RVM immer ab, was wünschenswert ist, und was wirtschaftlich darstellbar ist. Denn ein kommunales Unternehmen muss verantwortlich mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln umgehen. Dies bedeutet auch, dass notwendige Schritte der Digitalisierung im Verbund mit den Schwesterunternehmen der Nachbarregionen gegangen werden. „Wir setzen eine einheitliche Betriebssoftware für unsere Fahrplanung ein und haben Einkaufsvorteile bei der Beschaffung von Bordrechnern erzielt“, so André Pieperjohanns. Dank dieser Bordrechner könne die RVM ihren Kunden nun auch eine so genannte Echtzeitinformation anbieten. Landrat Dr. Kai Zwicker ergänzt: „Der Fahrgast erfährt über sein Smartphone, ob sein Bus pünktlich ist. Damit bietet unser Verkehrsunternehmen Informationen, die in Großstädten Standard sind, nun auch für den ländlichen Raum.“

„In Hinblick auf die smartphone-basierte Echtzeitinformation ist die RVM im Regionalverkehr bundesweit führend“, betont Pieperjohanns. Die aktuellen Abfahrtszeiten finden sich auch auf Anzeigetafeln in Borken und Vreden. Darüber hinaus können sich die Fahrgäste auch daheim mit dem PC oder Tablet online informieren.

Aktivitäten im Kreis Borken

Um den sinkenden Schülerzahlen zu begegnen, verstärkt die RVM ihre Aktivitäten und spricht neue Zielgruppen an. Besonders erfolgreich dabei ist das 9 Uhr TagesTicket, das als Flaggschiff unter den Tickets für den Gelegenheitsfahrer vorhanden ist. Im Kreis Borken konnte der Absatz der Tickets um 5,3 Prozent zum Geschäftsjahr 2015 gesteigert werden.

Seit Januar 2016 gibt es im Kreis Borken rabattierte Tickets für Empfänger von Leistungen nach Sozialgesetzbuch (SGB II und XII), nach dem Bundesversorgungsgesetz und nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Das Mobiticket wurde seit der Einführung sehr gut angenommen, seit Oktober ist das Ticket auch für die Preisstufen 3 und 4 und damit für Fahrten in die Nachbarkommunen erhält. Die Erweiterung führte noch einmal zu einer Absatzsteigerung, so dass am Ende des Jahres 2016 insgesamt 389 Personen aus dem Kreis Borken mit dem Mobiticket mobil sind.

Mit dem Projekt „MOVIE – Mobile Vielfalt“ beteiligte sich die RVM erfolgreich an der Regionale 2016. Kern des Mobilitätsprojekts ist es, kleinere Ortsteile durch neuartige Verkehrsangebote an leistungsstarke Nahverkehrsachsen und an Versorgungseinrichtungen in den nächstgelegenen Grund- und Mittelzentren anzubinden. Diese Überlegungen haben den Lenkungsausschuss der Regionale 2016 überzeugt, so dass „MOVIE“ mit dem A-Status die höchstmögliche Auszeichnung erhalten hat.
Zwischenzeitlich konnten bereits drei Projektbausteine von „MOVIE“ umgesetzt werden. In Kooperation mit der Gemeindeverwaltung können sich Schöppinger Abonnenten ein handliches Faltrad ausleihen. Mit dem Leihrad, das auch kostenlos im Schnellbus befördert wird,  kann der Weg zur Starthaltestelle in Schöppingen und die Strecke von der Ausstiegshaltestelle bis zum Ziel bequem überbrückt werden.
Um die Überbrückung der ‚letzten Meile‘ geht es auch in Heek. Dort wurde ein kostenloses Leihfahrradsystem mit Lastenfahrrädern eingerichtet, das als komfortabler Zu- und Abbringerdienst zwischen dem SchnellBus S70/71 und der renommierten Landesmusikakademie in Heek-Nienborg fungiert.
Ein weiterer MOVIE-Baustein ist der grenzüberschreitende BürgerBus Ahaus-Haaksbergen, der zweistündlich von Ahaus über Wüllen und Ottenstein zum deutsch-niederländischen Grenzübergang in Alstätte unterwegs ist. Dort gibt es einen direkten Anschluss an den niederländischen Buurtbus nach Haaksbergen.

Positiver Abschluss des Geschäftsjahres

Aufgrund des demographischen Wandels und der derzeit noch zurückgehenden Schülerzahlen verzeichnete die RVM einen Rückgang im Ausbildungsverkehr um 3,1 Prozent auf knapp 16 Millionen Fahrgäste. Münsterlandweit chauffiert die RVM rund 83.000 Schüler pro Schultag, dies sind ca. 70% aller Fahrgäste.

Gleichzeitig führten die Aktivitäten der RVM im Jahr 2016 im Münsterland zu steigenden Fahrgastzahlen im so genannten Jedermann-Bereich, also ohne Ausbildungsverkehr. Hier konnte münsterlandweit ein Zuwachs um 10,8 Prozent auf 6 Millionen Fahrgäste erzielt werden. Das macht in absoluten Zahlen einen Anstieg um 586.000 Fahrgäste im Jahr 2016 aus.

Aufgrund dieser positiven Entwicklung bewegen sich die Gesamtfahrgastzahlen leicht über dem Niveau des Geschäftsjahres 2015 bei rund 22,8 Millionen. Zusammen mit den gestiegenen Fahrgeldeinnahmen aus dem Linienverkehr von 2,8 Prozent kann die RVM daher auf ein insgesamt erfolgreiches Geschäftsjahr zurückblicken.

Der neue Geschäftsbericht ist an alle Rats- und Kreistagsmitglieder im Kreis Borken verschickt worden. Er ist kostenlos erhältlich und kann bei der RVM per Mail (info@rvm-online.de) oder telefonisch bestellt werden. Er steht auch als Download auf der Seite www.rvm-online.de bereit.



Foto: RVM-Geschäftsführer André Pieperjohanns und Landrat Dr. Kai Zwicker präsentieren die Echtzeit-Information auf dem Smartphone. Auch auf dem Lande weiß der Fahrgast nun sofort, ob sein Bus pünktlich ist.